Um das vergangene Wochenende herum wurde ein noch nicht abgestimmter Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums öffentlich, das „Netzanschlusspaket“.


Das Wirtschaftsministerium plant mit diesem Entwurf offensichtlich eine Entlastung der Netzbetreiber vom Ansturm der Anträge auf Netzanschluss zu Lasten der Investoren in Erneuerbare Energien, die zukünftig Baukostenzuschüsse für den Netzanschluss bezahlen sollen und in „kapazitätslimitierten Gebieten“ für Neuanlagen 10 Jahre lang keine Entschädigungen bei Abregelung der Anlage im Redispatch erhalten würden.


Hinzu sollen Änderungen bei den Netzanschlussverfahren kommen, die für Anlagen im mittleren Größenbereich, die an das Verteilernetz angeschlossen werden, durchaus auch Verbesserungen beinhalten. Hervorzuheben ist eine Verbesserung für die Co-Location von Speichern, die bei gleichbleibender Maximalleistung am Anschluss zwingend angeschlossen werden dürfen – wenn der Entwurf so umgesetzt wird, was noch nicht feststeht.


Kritik wird an den Einschränkungen der Netzanschlussprivilegien für Erneuerbare Energien geübt, die selbstverständlich den Ausbau noch weiter bremsen werden.

Selbst RWE-Chef Markus Krebber soll auf der gerade laufenden Messe E-World heftig kritisiert haben, dass das Problem des schleppenden Ausbaus durch die Instrumente des Entwurfs auf die EE-Anlagenbetreiber verschoben wird, die für den verschleppten Netzausbau nicht verantwortlich sind. Entlastet man die Netzbetreiber in den Gebieten, in denen sie den Netzausbau nicht rechtzeitig genug vorangetrieben haben, von Redispatch-Kosten, und gibt Ihnen die Möglichkeit, den Zubau durch Baukostenzuschüsse zu bremsen, belohnt man am Ende die Nachzügler und bestraft diejenigen, die sich mit hohen Investitionen rechtzeitig vorbereitet haben. Die Zeche zahlen am Ende die Unternehmen, die PV und Wind in den betroffenen Regionen ausbauen.

Solarteure, die „kapazitätslimitierten Gebieten“ regional tätig sind, werden kaum noch Kunden finden, die das Risiko unlimitierter Abschaltungen ohne Entschädigung tragen wollen.

Welche Gebiete potentiell besonders betroffen sind, hat Aurora Energy Research modelliert und Simon Koch bei Linkedin veröffentlicht.

Die dort ausgewiesenen Regionen werden wahrscheinlich nicht komplett zu „kapazitätslimitierten Gebieten“ werden, und auch außerhalb dieser Regionen sind – auch uns – Netzbetreiber bekannt, bei denen „nichts mehr geht“. Trotzdem zeigt die Projektion sehr deutlich, wo in Zukunft mit massiven Einbrüchen des PV-Geschäfts zu rechnen ist, wenn dieses Gesetz wirklich so kommt.

Für die immer noch nicht gelösten Probleme „EU-Genehmigung des neuen EEG“ und „Kundenanlage“ ist in dem Entwurf übrigens keine Lösung zu finden.

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